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Bericht Meldestelle #1

Die vielen Passanten am Limmatplatz staunen nicht schlecht als am Mittag die erste Meldestelle für verlorenen Sinn & Antrieb bei der Arbeit aufmacht. Die Pop-Up Amtsstube mit ihrem weithin sichtbaren Banner und dem roten Stuhl wirkt: Junge und Alte schmunzeln im Vorübergehen oder nicken zustimmend. Das Thema trifft einen Nerv, sind doch laut letzten Umfragen bis zu 75% der Schweizer Arbeitskräfte nicht wirklich engagiert bei der Arbeit (Gallup Umfrage 2013).

 

Verlustmeldung 1: Verlorengegangene Menschlichkeit

Kaum aufgestellt, sitzt auch schon ein junger Lehrling auf dem roten Stuhl und gibt eine “Verlustmeldung” auf. Ein sachlich und doch sehr persönlich nachfragender “Beamter" nimmt die Meldung entgegen. Er geht einen offiziellen Verlustmeldungsbogen durch, fragt nach dem Verlustort und lässt sich "den Gegenstand" genau beschreiben: Welche Farbe, Form und Grösse hatte der Sinn und Antrieb einmal? Wie hat er sich angefühlt? Der junge KVler gibt an dass ihm sein Chef immer wieder sinnlose Jobs gibt, er den Hund Gassi führen muss, und dass ihm vor allem die “Menschlichkeit” und “Wertschätzung” bei der Arbeit verloren gegangen ist. Als Beweis und Erinnerung für sich und die Welt lässt er sich noch mit einer Polaroid Kamera ablichten. Das Foto kommt an eine weisse Wand, die zum Ende der Aktion 14 neue “Vermisstenbilder” zeigt.

 

Zum Glück auch Fundmeldungen

Kurze Zeit später wird die erste Fundmeldung aufgegeben: Eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern erzählt begeistert von der wiedergefundenen Freude bei der Arbeit seit sie sich selbständig gemacht habe und an ihrem Herzensthema “Nachhaltigkeit” arbeiten könne. Über die Mittagszeit kommen die drei Beamten der Meldestelle mit 127 Passanten in den Kontakt und führen 50 Gespräche über Sinn & Antrieb bei der Arbeit. Dabei werden 14 Verlustmeldungen und 2 Fundmeldungen aufgegeben. Die Aussentemperatur ist gefühlt -5 Grad, die Innentemperatur bei den intensiven und persönlichen Gesprächen herzlich-warm.

 

Die Initianten: Hinter der gelungenen künstlerischen Aktion stecken der Impact Hub Zürich, der dream tank BEAM und der Weiterbildungsanbieter STRIDE - unSchool for Entrepreneurial Leadership. STRIDE richtet sich in erster Linie an Menschen die ihrer Karriere eine neue Richtung geben möchten. Das Problem, sagt Björn Müller, der Beamte hinter dem Schreibtisch der Meldestelle und einer der Gründer von STRIDE, ist dass es zu wenig Gespräche über das Thema gibt, zu wenig konkrete Alternativen und dass alle meinen sie seien damit alleine. STRIDE ändert dies und bietet Menschen ein Programm um im Teilzeitpensum unternehmerisch wieder Sinn und Antrieb bei der Arbeit zu finden.

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